Master Theater

Der Masterstudiengang Theater richtet sich an Szenografen, Kostümbildner und Regisseure.

Er bietet den Studierenden die einzigartige Möglichkeit, ihre eigene professionelle Produktion mit einem künstlerischen Forschungsprojekt zu verbinden – intensiv betreut durch Masterdozenten in Zusammenarbeit mit Partnern aus der Theaterpraxis.

MASTERPROGRAMM THEATER

In Zusammenarbeit mit dem Lectoraat Autonomie en Openbaarheid in de Kunsten Maastricht

Was

Im Mittelpunkt des Masterprogramms stehen die Umsetzung der professionellen Produktion der Studierenden sowie ihre persönlichen Entwicklungsbedürfnisse. Der Schwerpunkt liegt dabei auf der künstlerischen Forschungsarbeit. Die Kombination aus Gruppenunterricht mit entsprechender Reflexion durch die Kommilitonen und einer individualisierten Betreuung bietet den Studierenden des Masterprogramms die hervorragende Möglichkeit, sich intensiven Studien zu widmen und professionelle Erfahrung in der Praxis zu sammeln. Die Masterstudierenden, die eine Szenografie, ein Kostümbild oder eine Regiearbeit für eine professionelle Produktion entwickeln und umsetzen, werden im Dialog mit dem produzierenden Haus in den Niederlanden, Belgien oder Deutschland intensiv betreut. 

Für diese Produktion leisten die Studierenden künstlerische Forschungsarbeit, die das Projekt in einem größeren künstlerischen und gesellschaftlichen Kontext einordnet.

Die wichtigsten Ausgangspunkte des Masterstudiengangs sind:

1. der unverzichtbare Austausch zwischen Regie und Formgebung (Kostümbild und Szenografie), Dramaturgie als inhaltlicher Denkprozess im Rahmen der Produktion und als Bezug des Projekts zur Welt

2. die künstlerische Forschung

3. die Transdisziplinarität als Einbeziehung nicht-künstlerischer Methoden

4. unternehmerische Aspekte als Reflektion der Arbeitsverhältnisse in der künstlerischen Praxis

Die Masterstudierenden stellen die unterschiedlichen Aspekte des Produktionsprozesses und ihren Einfluss auf die Arbeitsweise des Künstlers in einem Produktionsdossier dar.

Für wen

Der Masterstudiengang Theater richtet sich an Regisseure, Szenografen und Kostümbildner,

• die am Beginn ihrer beruflichen Laufbahn stehen und sich eine intensive Betreuung in der Theaterpraxis wünschen

• die nach umfangreichen beruflichen Erfahrungen eine Zeit der Reflexion und Neuinspiration benötigen

• die ihre Fähigkeiten im Bereich der künstlerischen Forschung weiterentwickeln möchten

• die das Potenzial von Crossovers zwischen Szenografie und Regie weiter ausschöpfen und ihre eigenen Kompetenzen in diesem Bereich verfeinern möchten

• die neue gesellschaftliche Bezüge und Organisationsformen erkunden und/oder Theaterprojekte außerhalb des geeichten Theaterkontextes verwirklichen möchten

Der Masterstudiengang Theater richtet sich an professionelle Schauspielhäuser,

• die neuen Regie-, Szenografie- und Kostümbildtalenten eine fundierte Betreuung bieten möchten

• die sich am Dialog über Talententwicklung und die künstlerische Betreuung von (jungen) Talenten beteiligen möchten

• die bestehende Modelle für die künstlerische Zusammenarbeit zwischen Regisseuren und Szenografen/Kostümbildnern erweitern möchten

Programm

Das Programm des Masterstudiengangs ist in drei Phasen gegliedert, in denen die Studierenden auf die letztendliche Umsetzung der professionellen Produktion hinarbeiten.

In der Erkundungsphase wird die wissenschaftliche Herangehensweise an das Theaterprojekt erarbeitet. Die Studierenden formulieren eine klar abgegrenzte, künstlerische Aufgabenstellung für ihre Forschungsarbeit. Im Rahmen dieses Kontextes legen sie die Ausgangspunkte ihrer Masterprüfung fest und vertiefen diese.

In der Integrationsphase liegt der Schwerpunkt auf der Ausgestaltung der Masterprüfung und der Konkretisierung des künstlerischen Forschungsprojekts. Dabei geht es in erster Linie um Kontextualisierung und Positionierung.

Die Masterprüfung - das eigentliche Theaterprojekt (die individuelle Szenografie-, Kostümbild- bzw. Regiearbeit) -  fällt in die Umsetzungsphase. Diese konkrete Praxiserfahrung liefert den abschließenden Input für das Produktionsdossier. Die Studierenden schließen ihre künstlerische Forschungsarbeit in der Masterprüfung ab und erarbeiten anschließend eine kritische Reflektion zu ihrer Arbeit.  

Das Curriculum besteht aus Seminaren mit unterschiedlicher Form, Dauer und Inhalt, die sich mit den vier Ausgangspunkten des Masterstudiengangs befassen:

• Regie und Szenografie

• künstlerische Forschung

• Transdisziplinarität

• unternehmerische Aspekte

Die Schauspielschule Maastricht ist zwar die "Heimatbasis" des Masterstudiengangs Theater, aber das Angebot gibt sich bewusst einen nomadischen Charakter und sucht aus einer ethnografischen Auffassung heraus die Begegnung mit Experten in ihren jeweiligen Arbeitsumgebungen. Diese "Fieldtrips" dienen dazu, Experten in ihrem "natürlichen Lebensraum" zu begegnen. So lernen die Studierenden nicht nur einzelne Künstler, Wissenschaftler und Spezialisten kennen, sondern auch das Netzwerk, dem sie angehören.

Die kontinuierliche individuelle Betreuung im Rahmen des Studiengangs sowie der regelmäßige Austausch innerhalb der Gruppe der Studierenden (Peer-to-peer-Intervision) sorgen für Kontinuität und gleichmäßige Qualität in allen drei Phasen des Programms.  

Präsenzveranstaltungen finden in der Regel montags und dienstags in Maastricht und/oder vor Ort statt. Diese gemeinsamen Veranstaltungen werden vor allem in der Erkundungsphase (1. Semester) durchgeführt. So ist der Masterstudiengang mit anderen Projekten vereinbar. 

 

Der Masterstudiengang Theater Maastricht lässt sich gut mit anderen Projekten kombinieren, mit denen die Bewerber sich eventuell bereits befassen. Die Studienplanung wird gemeinsam mit dem Studienkoordinator erstellt. 

 

Der Arbeitsaufwand beläuft sich auf insgesamt 85 EC, verteilt auf 2 Jahre.
Der Koordinator des Programms ist Bart Van den Eynde.
Er erteilt gerne weitere Informationen über diesen Masterstudiengang:

email: bart.vandeneynde@zuyd.nl
Tel. BE +32/(0)476 – 585966
Tel. NL +31/(0)6-3807335

Grundsätze

Ausgangspunkte

1. Regie & Szenografie

Angesichts der Autonomie dieser beiden Fachgebiete bietet der Masterstudiengang den Studierenden die Möglichkeit, alternative Kooperationsmodelle zwischen Szenografie und Regie auf konkrete Weise zu erkunden. 

Das Schauspiel ist per definitionem eine interdisziplinäre Kunstform, in der eine Gruppe von Künstlern jeweils aus ihrem eigenen Fachgebiet heraus ein "Gesamtkunstwerk" erarbeitet. Vor diesem Hintergrund bringt der Masterstudiengang Regisseure und Szenografen zusammen, damit diese – ganz ohne Produktionszwang – erfahren können, wie das Fachwissen und der spezielle Ansatz der einen Disziplin die andere bereichern können.

2. Individuelle Betreuung

Der Masterstudiengang Theater beinhaltet eine individuelle Betreuung der Studierenden in unterschiedlichen Bereichen, sowohl im Rahmen des Unterrichts als auch vor Ort in der Partnerorganisation, in der das eigene Theaterprojekt umgesetzt wird. Die unterschiedlichen Betreuungsformen helfen den Studierenden dabei, das richtige Gleichgewicht zwischen kollaborativer und prozessorientierter Einstellung einerseits und der Entwicklung und Überwachung des eigenen, persönlichen Werdegangs andererseits zu entwickeln. 

Zudem fördert der Masterstudiengang Theater durch die unterschiedlichen Formen der Betreuung die Entwicklung einer reflexiven Gemeinschaft von Forschenden, die ihre Ideen in regelmäßigen Gesprächen prüfen und abstimmen.  Das Coaching ist sehr vielfältig und setzt auf unterschiedlichen Ebenen an. Es umfasst:

• das kontinuierliche Coaching durch die Koordinatoren des Masterstudiengangs in Rücksprache mit der Organisation des Theaterprojekts

• Peer-Reviews durch die Kommilitonen des Studiengangs 

• die Betreuung durch Experten, Wissenschaftler und Theatermacher in Workshops

• das Coaching durch einzelne Mentoren, die von den Studierenden (in Rücksprache mit den Koordinatoren) selbst gewählt werden

3. Künstlerische Forschung

Die künstlerische Forschungsarbeit der Studierenden steht in Bezug zu ihrem jeweiligen künstlerischen Projekt (die Regie-, Kostümbild- oder Szenografiearbeit), geht aber auch darüber hinaus. Ausgangspunkt ist die Aufgabenstellung, die einen breiteren künstlerischen, kulturellen, gesellschaftlichen oder wissenschaftlichen Kontext des künstlerischen Projekts zum Thema hat. Im Rahmen der künstlerischen Forschungsarbeit dokumentieren die Studierenden ihr konkretes Projekt und positionieren es so in einem selbst gewählten, relevanten Kontext.

Während sich der Produktionsprozess auf die Qualität des Endergebnisses konzentriert, richtet sich der Fokus der künstlerischen Forschung auf die Qualität und die Möglichkeiten des Forschungsprozesses. Die Entstehungsgeschichte einer Produktion erscheint rückblickend häufig als geradliniger, zielgerichteter Prozess: Die Zweifel, die zögerlichen Ansätze und schwierigen Entscheidungen sind schnell vergessen. Im Mittelpunkt der künstlerischen Forschung steht der geschlungene Pfad dieses Suchprozesses: Seitenwege, alternative Pfade, mögliche Routen, die wieder verworfen wurden, potenzielle weitere Erkundungen, Umgebung und Hintergrund usw.

So legt sich der Fokus auf die Möglichkeiten der Methoden und Strategien, auf das Zusammenspiel zwischen interner Dynamik und Rahmenbedingungen; auf historische, pädagogische, soziologische und psychologische Quellen der Inspiration und die möglichen Konsequenzen ihres Einflusses.

Diese künstlerische Forschungsarbeit muss sich am Ende des Masterstudiengangs in einer kritischen Reflexion materialisieren, die die Arbeit kommuniziert. Die Form, die diese Kommunikation annimmt, ergibt sich aus der Art und der Logik der Forschungsarbeit selbst: Es kann ein Paper sein, aber auch eine Lesung, ein Workshop, ein Portfolio, eine Dokumentation oder eine Lecture Performance.

 

Unsere Kooperationspartner

• Theater Bonn
• Theater Aachen
• Theater und Orchester Heidelberg
• Vlaamse Opera Antwerpen
• Laika, Antwerpen
• Toneelgroep Maastricht
• NTGent
• HETPALEIS, Antwerpen
• KVS, Brüssel
• Nederlandse Reisopera
• Theater Regensburg